Herrn
Stadtrat Gröhler Dr. Uwe Neumann
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf Vorsitzender
10707 Berlin
23.2.2003
Sehr geehrter Herr
Gröhler,
anläßlich des
Neujahrsempfanges Ihrer Partei – für die Einaldung des Siedlervereins bedanke
ich mich noch einmal – sprach ich Sie auf die Wildschweinplage in Eichkamp –
und nach aussage der Obersten Jagdbehörde ist Eichkamp regelmäßig die am
stärksten betroffene Siedlung in Berlin – an.
Zwischenzeitlich
habe ich über Herrn Knittel, Frau Alkonavi und Herrn Pischnik schließlich Frau
Lück als die Zuständige herausgefunden und auch angeschrieben in der Hoffnung,
daß wir schnell zu einer (Teil-)Lösung kommen mit dem Einbau von Türen an den
Wirtschaftswegen.
Damit ist aber nur
eine Teillösung gefunden, das Hauptproblem des viel zu hohen Wildbesatzes ist
damit selbstverständlich nicht aus der Welt geschafft. Dazu bedarf es anderer
Maßnahmen.
Wie ich jetzt bei
der obersten Jagdbehörde erfahren habe, werden die von der Behörde festgelegten
Abschußzahlen regelmäßig unterschritten. Die dafür von den Förstern und Jägern
vorbegrachten Argumente sind – wenn ich die Jagdbehörde richtig verstanden habe
– zwar nicht unbedingt nachvollziehbar, aber leider nicht wirklich widerlegbar,
so daß die Eingreifmöglichkeiten gering seien. Immerhin erhielt eine
Eichkamperin beim Forstamt Grunewald kürzlich zur Antwort, man habe jetzt schon
genug Wildschweine erlegt, jetzt werde nicht mehr geschossen. Angesichts der
immensen Schäden nicht nur in Privatgärten – meine Kollegin Frau Alkonavi
berichtete mir von ebenfalls großen Schäden in den öffentlichen Grünanlagen –
kann diese Auskunft nur verwundern bzw.
nährt sie den Verdacht, daß an den
Vorwürfen des Ökologischen Jagdverbandes gegenüber dem Deutschen Jagdverband,
dieser habe kein Interesse an einer drastischen (ökologisch sinnvollen Reduzierung
des Wildbestandes, weil diese dann nach ein paar Jahren der großen „Strecke“
dazu führen würde, daß die Jagd dann wieder mit Mühe und langem Ansitzen
verbunden wäre, wohl doch einiges ist. Interessanterweise wurde mir diese
Position der großen Masse der Jäger kürzlich von einem Jäger bestätigt, dem ich
zufälligerweise beim Neujahrsempfang der Deutschen Gartenbaugesellschaft
gegenüber saß.
Mir scheint der
einzige Ausweg aus der Wildschweinplage deshalb massiver Druck von „ganz
oben“zu sein mit strengen Auflagen zur Einhaltung der Abschußziffern und
deutlichen Konsequenzen für den Fall der Unterschreitung bis hin zum Entzug der
Jagdberechtigung und bis zu Schadenersatzforderungen gegenüber den Jägern bzw.
disziplinarischen Maßnahmen gegenüber den Forstbeamten.
Ich werde mich in
dieser Angelegenheit noch an den Senat von Berlin und den Petitionsaus-schuß
des Abgeordnetenhauses wenden, bitte Sie aber, auch Ihrerseits in diesem Sinne
tätig zu werden, auch im Interesse der Entlastung der öffentlichen Kassen.
Ich verbleibe in
Erwartung Ihrer Nachricht über die von Ihnen eingeleiteten Schritte und
mit freundlichen Grüßen